Wahrheit, Spiel und Verletzbarkeit Intimitätspraktiken zwischen Moderne, kritischer Theorie und ästhetischer Erfahrung

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Luisa Hoffmann

Abstract

Der Beitrag liest das Gesellschaftsspiel Wahrheit oder Pflicht als kulturhistorische Mikroszene moderner Intimitäts- und Wahrheitspraktiken. Das Spiel inszeniert sprachliche und leibliche Exponiertheit und macht sichtbar, wie moderne Gesellschaften Wahrheit an Innerlichkeit koppeln und Authentizität sozial einfordern. Im Anschluss an Michel Foucault wird diese Entwicklung als Verschiebung von Wahrheit ins Innere des Subjekts rekonstruiert, während mit Theodor W. Adornos Begriff der Nicht-Identität die strukturelle Spannung zwischen Gefühl und sprachlicher Fixierung hervorgehoben wird. Herzschmerz erscheint dabei als Moment „negativer Wahrheit“. Eine ästhetische Analogie zu Yves Kleins monochromen Bildern verdeutlicht, dass intime Wahrheit nicht nur kommunikativ, sondern auch als Erfahrung von Präsenz und Entzug zu begreifen ist.

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Zitationsvorschlag
Luisa Hoffmann (2026): Wahrheit, Spiel und Verletzbarkeit: Intimitätspraktiken zwischen Moderne, kritischer Theorie und ästhetischer Erfahrung. In: Zeitarbeit: Aus- und Weiterbildungszeitschrift für die Geschichtswissenschaften 6, S. 37–46.
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